Ihre häufigsten fragen

Wir haben keinen Bezug zur Kirche mehr, möchten aber dennoch eine schöne, würdige Trauerfeier. Geht das?

 

Kirchlich geprägte Vorstellungen und Handlungen können eine Orientierungshilfe sein, sind aber keine Bedingung, um eine würdige Trauerfeier durchzuführen. Im Tod fällt der verstorbene Mensch aus allen Glaubensvorstellungen heraus in die Mitte der Herzen seiner Nächsten. In dieser Herzensmitte befindet sich die Schwingtür zwischen Himmel und Erde. Das Herz geht auf und der innere Himmel entwölkt sich. Dieses Ereignis steht für sich selbst und hoch über allen Religionen. 

Ich verwende Begriffe und Bilder, die für die Angehörigen stimmen und zum Denken und Fühlen des verstorbenen Menschen passen.


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Wie läuft so eine Trauerfeier ab?

Die Zeremonie soll ein Gefäss bilden, das die tiefsten Gefühle fassen und das Wesentliche und Wahre halten kann.

So lege ich Wert auf einen klaren Ablauf und eine sinnvolle Gestaltung der Feier. Die Angehörigen können mit mir alles vorbesprechen, sich beraten lassen, eigene Ideen und Wünsche einbringen, sie können das Gestalterische auch ganz in meine Hände legen und sich von meiner langjährigen Erfahrung getragen wissen. 

 

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Wir wollen keine Trauerfeier, die fromm/esoterisch/philosophisch/weltlich-materiell daherkommt. Wie kommen Sie daher?

 

Ich meide alles Kitschige und Frömmlerische ebenso wie alles Kopflastige, Intellektuelle. 

Der verstorbene Mensch steht im Zentrum, sein vielschichtiges Leben, die Spuren, die er zurücklässt.

Gleichzeitig gehe ich von seinem spürbaren Vorhandenbleiben aus, beziehe seine „Anwesenheit“ ebenso selbstverständlich ein wie den Schmerz der Menschen, die um ihn trauern.

Als Schriftsteller habe ich ein Gefühl für die Rhythmen und den Raum der Worte. Sehr gerne zitiere ich den verstorbenen Menschen, sein Gesagtes oder Aufgeschriebenes, oder die Worte der Angehörigen, die während des Gesprächs gefallen sind oder von ihnen schriftlich verfasst wurden. 

 

 

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Halten Sie auch Trauerreden für Sternenkinder?

 

Wenn ein Kind stirbt, gehen alle Himmelstüren auf. Licht fällt auf die Erde, und die Eltern können es fühlen:

Unser Kind wird nie aufhören, unser Kind zu sein. 

Und das Kind wird nie aufhören, seinen Eltern dankbar zu sein dafür, dass sie es empfangen, geliebt und unter Schmerzen wieder losgelassen haben. Es bleibt unverloren und nahe bei seinen Eltern und Geschwistern, begleitet sie durchs Leben und freut sich auf ein Wiedersehen mit ihnen. Dies wird in der Zeremonie ergreifend spürbar – und es zeigt sich, dass das Allerschlimmste mit dem Allerschönsten eng verbunden ist. 

  

 

VERWANDLUNG

 

Was sterblich war am Menschen - es entschwindet,

damit sein Wesentliches aufgeht wie ein Keim

und durch die Gunst des Todes hin zur Blüte findet.

 

Das Ferne darf sich wandeln ins Daheim,

das irdisch Eingeschränkte wird unendlich weit

und an die Zeit Gebundenes darf ewig dauern.

 

Die Früchte aller Tage sind bereit,

um in den Himmelsgarten jenseits unsrer Mauern

hinaufzufallen, so dass dieser reicher werde.

 

Die Liebe legt den Grund für unser Trauern

und wie die Sonne scheint sie nicht von dieser Erde.

Im Licht der Liebe werden Wiedersehensträume

 

zur Herzenskraft, die Dunkles überwindet,

zum festen Band, das längs durch alle Weltenräume

uns immer an die Fortgegang'nen bindet.

 

Jan Lurvink